Corona und Versicherungen

Die Corona-Pandemie und die dadurch ausgelösten wirtschaftlichen Folgen haben auch Auswirkungen auf die Versicherungen. Was passiert, wenn die Prämien für Krankenkassenprämien, Hausrat-/Haftpflichtversicherung, Betriebsversicherungen etc. nicht mehr bezahlt werden können? Hier kommt es darauf an, um welche Versicherungen es sich handelt.

1. Versicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

Unter das VVG fallen die meisten Versicherungen wie Hausrat-/Haftpflichtversicherung, Betriebsversicherung, Krankenkassenzusatzversicherung, Motofahrzeugversicherung etc.

Wird die fällige Prämie nicht bezahlt, so muss die Versicherungsgesellschaft den Versicherungsnehmer unter Androhung der Säumnisfolgen schriftlich auffordern, binnen 14 Tagen, von der Absendung der Mahnung an gerechnet, zu zahlen. Zahlt der Versicherungsnehmer innerhalb der 14tägige Mahnfrist nicht, so ruht die Leistungspflicht der Versicherung ab Ablauf der Mahnfrist. D.h. ab diesem Zeitpunkt besteht keine Versicherungsdeckung mehr. Darauf muss die Versicherungsgesellschaft im Mahnschreiben explizit hinweisen. Ereignet sich nun ein Schaden, muss die Versicherung keine Leistungen erbringen.

Bezahlt der Versicherungsnehmer innert 2 Monaten die ausstehende Prämie und nimmt die Versicherungsgesellschaft die Zahlung an, so bleibt der Vertrag bestehen und ab dann lebt der Versicherungsschutz wieder auf. Schäden, die sich jedoch während des Ruhens der Leistungspflicht ereignet haben, bleiben ungedeckt. Geht keine Zahlung innert 2 Monaten ein oder lehnt die Gesellschaft die Zahlung ab, gilt die gesetzliche Vermutung, dass die Gesellschaft vom Vertrag zurückgetreten ist. Der Vertrag ist erloschen.

2. Krankenkassenprämien der obligatorischen Krankenversicherung (KVG)

Bezahlt die versicherte Person bzw. der Versicherungsnehmer die fälligen Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so schreibt das Gesetz mindestens eine schriftliche Mahnung vor. Nach unbenutztem Ablauf der Mahnfrist muss die Krankenkasse dem säumigen Prämienzahler eine Zahlungsaufforderung zustellen und eine Nachfrist von 30 Tagen einzuräumen. Dabei hat die Krankenkasse den Versicherungsnehmer auf die Folgen des Nichtbezahlens hinzuweisen. Diese sind: einerseits die Einleitung der Betreibung und andererseits ist ein Kassenwechsel ausgeschlossen, bis alle Zahlungsrückstände getilgt sind.

Das Gesetz schreibt den Krankenkassen vor, die Betreibung einzuleiten. Die Krankenkassen können also bei einem Zahlungsrückstand nicht darauf verzichten.


Erfreulicherweise sind einige Versicherungsgesellschaften nun zurückhaltend mit Mahnschreiben und haben z.T. alle Erinnerungs- und Mahnverfahren freiwillig gestoppt.

Falls Ihre Versicherungsgesellschaft nicht dazu gehört und Sie unsicher sind, ob die Versicherung alle Formvorschriften eingehalten hat und die Leistungsverweigerung zu Recht besteht, kontaktieren Sie uns.